Veranstaltungen 2017

Am 27. Januar 1945 wurde das Vernichtungslagers Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Auschwitz steht symbolhaft für millionenfachen Mord – vor allem an Juden, aber auch an anderen Volksgruppen. Es steht für Brutalität und Unmenschlichkeit, für Verfolgung und Unterdrückung, für die in perverser Perfektion organisierte „Vernichtung“ von Menschen. Hieran erinnerte der damalige Bundespräsident Roman Herzog 1996, als er 41 Jahre nach Befreiung des Lagers den 27. Januar zum „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ proklamierte. Wie Herzog damals eindringlich erläuterte, soll dieser Tag „ dem Gedenken an die Opfer der Ideologie vom „nordischen Herrenmenschen“ und von den „Untermenschen“ und ihrem fehlenden Existenzrecht dienen“.
Warum diese Rückerinnerung heute, nach über 70 Jahren? „Es besteht die Gefahr, dass wir mehr und mehr vergessen könnten, denn nur wenige Zeitzeugen leben noch, und immer weniger Opfer können das Grauen des Erlittenen persönlich weitertragen. Geschichte verblasst dann schnell, wenn sie nicht Teil des eigenen Erlebens war“, so Herzog.
Zu einer ökumenischen Gedenkstunde am Freitag, 27. Januar 2017 luden die evangelische und die katholische Kirchengemeinden Zwingenbergs und der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V. in das Pfarrzentrum der katholischen Kirche Mariae Himmelfahrt in der Heidelberger Straße 18 ein. Herr Dr. Harald Becker von der katholischen Kirchengemeinde eröffnete die Gedenkstunde und erinnerte an das Schicksal der Frauen und Kinder im Konzentrationslager Ravensbrück. Die Gedenkrede hielt Dr. Frank Meessen, Leiter des Katholischen Bildungswerkes Bergstraße/Odenwald in Heppenheim. Er befasste sich mit der Frage: "An welcher Stelle ist aus dem Deutschen der Weimarer Republik der Nazi geworden?" Literarische Anleihen hierzu entnahm er dem Roman "Adressat unbekannt" von Kressmann Taylor.
Pfarrer Hilsberg von der evangelischen Kirchengemeinde Zwingenberg erteilte den Abschlusssegen.
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Hedwig und Julius Bauer mit Tochter Anneliese

Im Rodensteiner Hof in Bensheim betrieben Hedwig und Julius Bauer sehr erfolgreich eine kleine Privatbank – bis zur „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten. Dr. Fritz Kilthau zeichnet in seinem Bild-Vortrag „Die Bensheimer Bankiersfamilie Bauer“ am Mittwoch, 19. April, um 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge Bensheim-Auerbach (Bachgasse 28, 64625 Bensheim) das Schicksal dieser jüdischen Familie nach.
Der Vortrag findet als gemeinsame Veranstaltung des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge, des Auerbacher Synagogenvereins und der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“ statt. Die Ausstellung des Hessischen Rundfunks und des Fritz Bauer Instituts ist auf Einladung des Heimat- und Kulturvereins Lorsch vom 6. Februar bis zum 14. Mai 2017 im Museumszentrum Lorsch zu sehen.
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Am Donnerstag, 8. Juni 2017, 19:30 Uhr laden wir zu einem Vortrag über jüdische Symbole von Manja Altenburg, Kunsthistorikerin, Erziehungswissenschaftlerin und Mitinhaberin der Agentur für jüdische Kultur Altenburg & Graf (Mannheim/Heidelberg), ein.
Jüdische Symbole, die den Alltag von Juden auf der ganzen Welt begleiten, sind so alt wie das Judentum selbst. Sie haben ihren Ursprung im Altertum und in der Tora und dienen als Zeichen für Glaube und Identität. Sie erfüllen Gegenstände, Zahlen und Farben mit einem tieferen Sinn. Der Vortrag, gegliedert nach verschiedenen Symbolgruppen, widmet sich der Entstehung, Bedeutung und Veränderung jüdischer Symbole durch die Jahrhunderte. Dabei wird die sich wandelnde Popularität ebenso beleuchtet wie die unterschiedlichen kulturellen Einflüsse.
Nach dem Vortrag laden wir zur öffentlichen Jahreshauptversammlung unserer Vereins ein.

 

Am Sonntag, 27. August 2017 bieten wir wieder unter Leitung von Pfarrer Johannes Mingo eine Führung über den Jüdischen Friedhof in Alsbach an. Treffpunkt um 15:00 Uhr ist der Eingang südlich von Lidl in der Alsbacher Pfarrtanne.
Dieser Friedhof ist mit mehr als 2000 erhaltenen Grabsteinen der größte jüdische Landfriedhof in Hessen. Im Jahr 1616 angelegt, diente er der jüdischen Bevölkerung aus 21 Städten und Gemeinden in hessischen Ried, der Bergstraße und des vorderen Odenwalds als Begräbnisplatz.
Berichte von der Führung im April 2013 finden Sie hier.

 
(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.