Vortrag "Die Bensheimer Bankiersfamilie Bauer"

Im Rodensteiner Hof in Bensheim betrieben Hedwig und Julius Bauer sehr erfolgreich eine kleine Privatbank – bis zur „Machtübernahme“ der Nationalsozialisten. Dr. Fritz Kilthau zeichnet in seinem Bild-Vortrag am Mittwoch, 19. April, um 19.30 Uhr in der ehemaligen Synagoge Bensheim-Auerbach (Bachgasse 28, 64625 Bensheim) das Schicksal dieser jüdischen Familie nach.

Schritt für Schritt zwang das „Dritte Reich“ die Bauers in die Knie: Bereits 1933 wurde Julius Bauer die Zulassung zur Frankfurter Börse entzogen. Drei Jahre darauf musste die Familie den Rodensteiner Hof räumen: Die Ortsgruppenleitung der NSDAP hatte die Räume für sich beansprucht. Doch auch die neuen Geschäftsräume in der Darmstädter Straße blieben nicht verschont: In der Reichspogromnacht wurden sie verwüstet und Julius Bauer nach Buchenwald verschleppt. Dort kam er am 1. Dezember unter nicht völlig geklärten Umständen ums Leben. 20.000 Reichsmark musste Hedwig Bauer für die sogenannte Judenvermögensabgabe bezahlen. Das restliche Vermögen wurde gesperrt und Möbel sowie Haushaltsgegenstände von den Nationalsozialisten zugunsten der öffentlichen Hand versteigert. Am 15. Februar 1939 nahm sich Hedwig Bauer das Leben.
Nur die beiden Töchter, Margarethe und Anneliese, konnten sich vor dem Nationalsozialismus in die USA retten. Anneliese wurde eine politisch engagierte Journalistin und heftige Kritikerin der Apartheid in Afrika. Sie kämpfte ihr Leben lang gegen die Missachtung der Menschenrechte.
Detaillierte Informationen über die Familie Bauer finden sich auch in der Broschüre "Menschengesichter - Die jüdische Bensheimer Familie Bauer".

Der Vortrag „Die jüdische Bensheimer Bankiersfamilie Bauer“ findet als gemeinsame Veranstaltung des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge, des Auerbacher Synagogenvereins und der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung „Legalisierter Raub. Der Fiskus und die Ausplünderung der Juden in Hessen 1933-1945“ statt. Die Ausstellung des Hessischen Rundfunks und des Fritz Bauer Instituts ist auf Einladung des Heimat- und Kulturvereins Lorsch vom 6. Februar bis zum 14. Mai 2017 im Museumszentrum Lorsch zu sehen. Geöffnet ist sie von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Das Anmelde- und Informationstelefon ist unter der Telefonnummer 06251 7079928 erreichbar. Alternativ sind Anmeldungen auch per E-Mail unter a.roos@geo-naturpark.de möglich. Gruppenführungen können zum Preis von 50 Euro gebucht werden.

Zahlreiche Partner unterstützen das Begleitprogramm sowie die regionale Präsentation der Ausstellung im Museumszentrum Lorsch: Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge, Auerbacher Synagogenverein, Evangelisches Dekanat Bergstraße, Forum Kultur Heppenheim e.V., Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger Bensheim, Goethe Gymnasium Bensheim, Heimat- und Kulturverein Lorsch , Heppenheimer Geschichtsverein e.V., Landkreis Bergstraße, Martin-Buber-Haus, Sparkasse Bensheim, Sparkasse Heppenheim, Stadt Heppenheim, Stadt Lorsch, Stadtarchiv Heppenheim, Stolpersteine Heppenheim – Erinnern für die Zukunft e.V.
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(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.