Gedenkstätte "KZ Osthofen"

Geschichte eines fast vergessenen Konzentrationslagers
Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge lädt zur Führung durch die Gedenkstätte „KZ Osthofen“ ein

„Wegen unerlaubter Flugblattverteilung und des dringenden Verdachts kommunistischer Zusammenkünfte ins Konzentrationslager Osthofen verbracht“ – so wie die drei Zwingenberger Ludwig Mütz, Philipp Steitz und Paul Drach im September 1933 wurden viele Gegner des NS-Regimes und Personen, die den Nazis nicht genehm waren, aus nichtigem Grund oder lediglich eines Verdachts wegen nach Osthofen gebracht. Für viele von ihnen war dies die erste Etappe einer langen Reihe von Verschleppungen in Gefängnisse, Zuchthäuser und weitere Konzentrationslager.
Das Konzentrationslager Osthofen wenige Kilometer nördlich von Worms war das erste KZ des ehemaligen Volksstaates Hessen, zu dem damals die Provinzen Oberhessen, Starkenburg und Rheinhessen gehörten. Von März 1933 bis Juli 1934 wurden in Osthofen politische Gegner der NSDAP aus den Reihen der Gewerkschaften, KPD, SPD sowie Angehörige des katholischen Zentrums, Juden, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas und andere missliebige Personen ohne richterliche Verfügung inhaftiert. Hier begannen Unmenschlichkeit und Barbarei, hier wurde in kleinem Maßstab sichtbar, wie Menschen von den Nazis entwürdigt, gequält und misshandelt wurden. Das schreckliche Ende war nicht ohne Anfang – einer davon lag in Osthofen.

Der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V. organisiert am Samstag, 13. August 2011 eine Besichtigung des ehemaligen Konzentrationslagers und der Gedenkstätte Osthofen – die Führung erfolgt durch die pädagogische Leiterin der Gedenkstätte Frau Ramona Dehoff. Nach der Führung gibt es Gelegenheit, die Dauerausstellung über das KZ Osthofen zu besuchen: Informationen über die Häftlinge, die Lagerleitung und Wachmannschaften, den Häftlingsalltag und das Lager für verschärften Arrest werden ergänzt durch die Biographien des wohl bekanntesten Häftlings, Carlo Mierendorff, und der berühmten Schriftstellerin Anna Seghers, die dem KZ in ihrem Buch „Das siebte Kreuz“ ein literarisches Denkmal setzte. Weitere Schwerpunkte der Ausstellung sind Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit in der Region sowie das SS-Sonderlager/KZ Hinzert.

i Besichtigung der KZ-Anlage Osthofen und der Ausstellung der Gedenkstätte, Ziegelhüttenweg 38, 67574 Osthofen
Samstag, 13. August 2011, 15:00 Uhr (Beginn der Führung)
Anfahrt mit PKW ab Parkplatz Melibokushalle Zwingenberg, Abfahrt 14:00 Uhr – Rückkehr ca. 18:30 Uhr
Anmeldung erforderlich unter Tel. 06251-73855 oder info@arbeitskreis-zwingenberger-synagoge.de
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(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.