BIBEL UND WEIN

Bibel und Wein
Weinprobe und Winzervesper mit Pfarrer Dr. Christoph Klock und Deutscher Weinkönigin Petra Gärtner

Schon in der Bibel steht: „Der Wein erfreut des Menschen Herz“ - unter diesem Motto lädt der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge am Freitag, 20. März 2009 ab 18:30 Uhr zu einer unterhaltsamen Weinprobe in die Zwingenberger Weinschänke „Rebenhof“ ein. An diesem Abend werden in Abstimmung mit den hauseigenen Tropfen und einer feinen Winzervesper auch die passenden Bibelstellen serviert. Diese Aufgaben haben der ehemalige Pfarrer der katholischen Gemeinde Zwingenberg, Dr. Christoph Klock, und die Deutsche Weinkönigin von 2001/2002, Petra Gärtner übernommen und man kann sicher sein, dass viel Vergnügliches und Informatives an diesem Abend zu hören sein wird. Eine strenge „Zuständigkeit“ der Referenten für die beiden Gebiete „Bibel“ und „Wein“ wird es nicht geben: So wuchs Dr. Klock nicht nur im Weindorf Guntersblum auf und war nach dem Abitur einige Zeit in einem Weingut tätig: Als Pfarrer war er für einige rheinhessische Gemeinden und bekanntermaßen auch für das Weinstädtchen Zwingenberg zuständig, und für Petra Gärtner gehört die biblische Bedeutung des Rebensafts schon lange zum wichtigen Allgemeinwissen einer Weinfachfrau.

i Bibel und Wein
Freitag, 20. März 2009, 18:30 Uhr, Weinschänke „Rebenhof“, Zwingenberg
Weinprobe mit Winzervesper (div. Wurst, Käse, Schinken, Salami, Bauernbrot und Butter)
Preis: 15.- € (bezuschusst vom Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge)
Veranstalter: Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.

ACHTUNG: Zur Zeit sind alle verfügbaren Karten vorbestellt. Wegen Restkarten fragen Sie bitte ab Montag, 16. März 2009 bei Hanns Werner, Tel. 73855 nach.

Für Alle, die Karten bestellt haben: Überweisen Sie bitte möglichst umgehend nach Ihrer Bestellung den Kartenpreis auf das Konto "Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge" bei der Sparkasse Bensheim (BLZ 50950068), Konto-Nr. 303 4071. Beachten Sie bitte, dass nur Bestellungen mit bis zum 16. März EINGEGANGENEN Zahlungen berücksichtigt werden können.



Artikel des Bergsträßer Anzeiger vom 23. März 2009

Von Betrug, Verführung und Gaumenfreude
Arbeitskreis Synagoge:
Interessanter Abend zu "Bibel und Wein"

Zwingenberg. Wie vertragen sich "Rosamunde", ein trockener roter Perlwein und eine Riesling-Auslese mit dem Namen "Nikolauswein" mit Bibelzitaten, -versen und Bibelgeschichten? Anfängliche Skepsis wich ziemlich schnell einer vergnügten Zustimmung. Wenn der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V. Experten wie den ehemaligen katholischen Pfarrer aus Zwingenberg, Dr. Christoph Klock und die Chefin vom Weingut Rebenhof, Petra Gärtner, engagiert, kann eigentlich nichts schief gehen.

Dann entwickelt sich der Dialog zwischen bewusst gewählten Stellen aus dem Buch der Bücher und den heimischen Rebsorten wie selbstverständlich zu einem ebenso harmonischen, wie prickelnden Miteinander. Beide ergänzen sich wunderbar, beflügeln auf die eine oder andere Weise und bereiten - bewusst und mit Verstand genossen - viel Vergnügen.

Mehr als 600 Bibelstellen gibt es zum Thema Wein und Rebstock. Hochschulpfarrer Klock, inzwischen von Zwingenberg nach Mainz umgesiedelt, hat etliche davon ausgesucht und präsentierte sie im neuen Kelterhaus des Weinguts Rebenhof einem aufnahmebereiten Publikum. Als "ein wohlschmeckendes Thema", bezeichnete der Geistliche die Veranstaltung des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge, die den offiziellen Titel "Bibel und Wein" trug.

Gleichwohl waren nicht unbedingt alle Zitate, insbesondere jene aus dem Alten Testament, etwas für schwache Nerven. Bewusst gewählte Tabubrüche nannte der Rezitator die "anrüchigen Geschichten", in denen es um Inzest, Mord, Betrug und Verfolgung geht. Und in denen der Wein eine unheilvolle Rolle spielt. Immer geht es darum, einen Menschen derart betrunken zu machen, dass er nicht mehr weiß, was er tut. Auf diese Weise bekommen die Verführer von dem nicht mehr handlungsfähigen "Opfer", das was sie wollen: Beispielsweise zwei Töchter, die Kinder vom eigenen Vater empfangen, oder der ältere Sohn, der den Erstlingssegen erschleicht.

Aber nicht nur die Kaptitel, in denen der Wein eingesetzt wird, um finstere Ziele zu erreichen, trug Glock vor. Es waren auch weniger spektakuläre, sehr tiefgründige, aus dem Neuen Testament, in denen die Rede davon ist, dass der Wein Leben rettet und der Weinstock Gottes mit dem Haus Israel gleichgesetzt wird. Wie wohlschmeckend der Genuss in Maßen ist und wie bekömmlich ein, zwei Gläschen, konnten die Teilnehmer der Wein- und Bibelprobe am Freitag testen. Die Gärtner-Familie schenkte unterschiedliche Proben aus, weiße und rote, und zum Finale einen Riesling Auslese, halbtrocken, eben jenen "Nikolauswein". In den Hörpausen kamen die Gaumenfreuden voll zum Zuge. Gewohnt charmant und kompetent stellte die frühere Deutsche Weinkönigin Petra Gärtner Erzeugnisse des Familienbetriebes vor.

Dass die Ehrenfelser Rebsorte eine an der Bergstraße eher selten vorzufindende Traube ist, der St. Laurent, einer von vier Gärtner-Rotweinen ist, der im Eichenholzfass reift und beim Rotling weiße und rote Trauben gemischt werden, plauderte die Winzerin aus, bevor die Gäste das Glas genussvoll zum Mund führten. Dr. Fritz Kilthau, Vorsitzender des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge e.V. hatte zu Beginn der ausverkauften Veranstaltung "Bibel und Wein" alle Gäste, unter ihnen Bürgermeister Dr. Holger Habich, den katholischen Geistlichen Äneas Opitek, Ehrenbürgermeister Kurt Knapp, Stadtrat Wolfgang Becker und die Vorsitzende der SPD-Stadt- und Kreistagsfraktion, Katrin Hechler, willkommen geheißen. Es war das zweite Mal, dass der Arbeitskreis zu einer gehaltvollen Bibelstunde einlud. Die Premiere fand vor einigen Jahren in der katholischen Kirchengemeinde von Zwingenberg statt.

Dass sich Pfarrer Dr. Christoph Klock nicht nur im Alten und Neuen Testament bestens auskennt, sondern auch zum Thema Wein durchaus etwas zu sagen hat, wurde ihm praktisch in die Wiege gelegt. Der Geistliche kommt aus Guntersblum und ist "mit dem Wein groß geworden", wie er selbst fröhlich bekannte. gs

Bergsträßer Anzeiger
23. März 2009


(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.