Grußwort Michael Ben-Eliezer

Grußwort von Michael Ben-Eliezer, Sohn von Fritz Wolf, Enkel von Saly und Amanda Wolf und Neffe von Arnold Wolf

Dear Fritz,

I'm afraid that we will not be able to come to Germany in July for the ceremony. I simply have too many obligations here at home at that time.

However, my wife and I would like to plan a short overnight visit (a day or so) to Zwingenberg at the end of the summer, perhaps in September, in order to meet you and of course to see my father's home town and the memorial


In the meantime I send you and your team our best wishes for the success of your important undertaking and to let you know that I will be thinking of you at the time of the ceremony.

Both my parents are buried in Jerusalem beside one another and between their gravestones we set a memorial plaque for my mother's family and my father's family who were murdered by the Nazis.

However, as moving as a memorial in the ancient hills of Jerusalem in the State of Israel may be, I cannot but feel that the most fitting tribute to my parents and grandparents and all their extended family derives from the fact that their children and grandchildren are now themselves great grandparents and grandparents and are flourishing today in Israel, America, England and Scotland.

To my mind this living tribute is the greatest accolade for my parents and others who were orphaned and downtrodden by the atrocities of the Nazis but who nevertheless succeeded in carving out new lives for themselves out of the despair and destruction.

Today, when I consider that my 17 year old son is the same age as my parents were when they fled from Hitler, I am overwhelmed by all manner of unbearable thoughts as to what my parents and grandparents must have experienced, but I am also immensely thankful that we have been spared such unimaginable horror.

We must do all we can to ensure that our society remains civilized and must aspire to good works and justice in the world. This is one of the most basic tenets of the Jewish faith and culture in which my parents brought me up and educated me.

I salute you and all the like-minded people of your town who are dedicated to preserving the memories of those who were murdered and violated, and to teaching the lessons of the holocaust to future generations, and I pray that you will succeed in your endeavours.

With best wishes,

Michael Ben-Eliezer.

Son of Fritz Wolf, grandson of Saly and Amanda Wolf, and nephew of Arnold Wolf.

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Lieber Fritz,

ich fürchte, dass wir nicht zur Stolpersteinverlegung im Juli nach Deutschland kommen können. Ich habe zu diesem Zeitpunkt hier einfach zu viele Verpflichtungen.

Meine Frau und ich würden jedoch gerne zu einem kurzen Besuch nach Zwingenberg zu Ende des Sommers, vielleicht im September, kommen, um Dich zu treffen und natürlich die Heimatstadt meines Vaters und die Gedenktafeln zu sehen.

In der Zwischenzeit sende ich Dir und Deinen Mitstreitern unsere besten Wünsche für den Erfolg Eures wichtigen Vorhabens und ich möchte Euch wissen lassen, dass ich während der Zeit der Stolpersteinverlegung an Euch denken werde.

Meine beiden Eltern sind in Jerusalem nebeneinander beerdigt und zwischen ihre Grabsteine haben wir eine Gedenktafel für die Familien meiner Mutter und meines Vaters gesetzt, die von den Nazis ermordet wurden.

So bewegend auch diese Erinnerungsstätte in den altehrwürdigen Hügeln von Jerusalem im Staat Israel sein mag, so liegt für mich der beste Beitrag zum würdigen Andenken an meine Eltern, Großeltern und ihre ausgedehnten Familien in der Tatsache, dass ihre Kinder und Enkel nun selbst Ur-Großeltern und Großeltern sind, die sich in Israel, Amerika, England und Schottland ihres Lebens erfreuen.
Dieser lebendige Beitrag ist für mich die größte Anerkennung für meine Eltern und auch eine Würdigung all jener Menschen, die elternlos wurden und von den Nazis unterdrückt wurden, denen es aber trotzdem glückte, ein neues Leben aus der Verzweiflung und Vernichtung heraus zu entwickeln.

Wenn ich heute überlege, dass mein 17 Jahre alter Sohn in demselben Alter ist, in dem meine Eltern vor Hitler flohen, werde ich überwältigt von vielen unerträglichen Gedanken darüber, was meine Eltern und Großeltern ertragen mussten. Ich bin außerordentlich dankbar dafür, dass wir von solchem unvorstellbaren Horror verschont blieben.

Wir müssen alles dafür tun, dass unsere Gesellschaft zivilisiert bleibt und nach guten Werken und Gerechtigkeit in der Welt strebt. Dies ist eine der fundamentalsten Grundsätze jüdischen Glaubens und jüdischer Kultur, mit dem mich meine Eltern aufgezogen und erzogen haben.

Ich grüße Dich und alle ähnlich denkende Menschen in Deiner Stadt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Erinnerung an all Jene zu bewahren, die ermordet und geschändet wurden, und die Lehren aus dem Holocaust an zukünftige Generationen weiterzugeben. Ich bete dafür, dass Ihr mit Eurem Bestreben Erfolg haben werdet.

Mit den besten Wünschen
Michael Ben-Eliezer,
Sohn von Fritz Wolf, Enkel von Saly und Amanda Wolf und Neffe von Arnold Wolf

Übersetzung Dr. Fritz Kilthau (Zwingenberg)
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