Clothilde Wachenheimer - Pfarrhausgasse 1

Clothilde Wachenheimer
(Zusammengestellt und vorgetragen bei der Stolpersteinverlegung von Doris Bonin-Müller und Steffi Beckmann)

v.l. Heinrich Wachenheimer mit Ehefrau Clothilde und Enkel Kurt (später Claude Abraham), unbekannt, Zodik Wachenheimer

Clothilde Wachenheimer wurde am 6. Dezember 1869 als Clothilde Bacharach in Seligenstadt geboren. Sie lebte mit ihrem Mann Heinrich Wachenheimer - er wurde am 7. Juli 1876 in Zwingenberg geboren – in der Pfarrhausgasse 1.
Die Wachenheimers hatten drei Kindern: Die Tochter Johanna kam am 28. April 1904 zur Welt. Berthold Wachenheimer wurde am 28. Juni 1905 geboren und sein Bruder Salomon am 2. April 1907.

Die Wachenheimers waren sehr arm. Heinrich Wachenheimer handelte mit Ziegen. Er half den Leuten aber auch als gelernter Sattler und Tapezierer.

Am 17. August 1938 meldete der Zwingenberger Bürgermeister dem Bensheimer Kreisamt den Antrag von Clothilde und Heinrich Wachenheimer, nach Frankreich auszuwandern. Nachdem er am 1. Oktober 1938 sein Geschäft aufgegeben hatte, emigrierte Heinrich Wachenheimer mit seiner Frau Clothilde nach Frankreich. Die Söhne waren bereits vorher ausgewandert.
Vor ihrer Emigration nach Frankreich hatten Clothilde und ihr Mann ihr Haus in Zwingenberg für 3000 RM verkauft.

Über die tragische Verfolgung von Clothilde und Heinrich Wachenheimer in Frankreich berichtet ihr Enkel Claude Abraham (geb. am 13. Dezember 1931 in Lorsch) in seinem erschütternden Buch „Auf dem Floß“. Zunächst konnten die Wachenheimers zusammen mit der Familie ihrer Tochter im freien, unbesetzten Teil Frankreichs in den Pyrenäen in einem kleinen Bauernhaus leben. Dann wurden sie wieder verfolgt.
Clothilde Wachenheimer starb im Oktober 1942 an einem Herzschlag in Eauxbonnes / Frankreich.
zurück

(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.