Clara und Sally David - Alsbacher Str. 24/26

Clara und Sally David
(Zusammengestellt und vorgetragen bei der Stolpersteinverlegung von Heribert Pauly)

Sally und Clara David


Sally und Clara David haben in der Alsbacher Straße 24/26 gewohnt. Sally David – Jahrgang 1880 - stammte aus Alsbach, seine 4 Jahre jüngere Frau Clara, geb. Rothschild, kam aus Schlüchtern. Beide lebten zunächst in Alsbach, wo 1912 auch ihre Tochter Rosel zur Welt kam.
Nach dem Ersten Weltkrieg (1919) zogen die Davids dann nach Zwingenberg in die Alsbacher Straße. 1925 kam hier ihr Sohn Karl zur Welt.

Von Beruf war Sally David selbständiger Kaufmann. Zusammen mit seinem Bruder Julius betrieb er hier einen „Handel mit Öl und Fetten“.
Beide Brüder engagierten sich auch in der hiesigen jüdischen Gemeinde und in der Zwingenberger Ortsgemeinde, wo man ihren Einsatz sehr zu schätzen wusste.

Mit der Machtübernahme der Nazis fand das alles ein schnelles Ende. Systematisch wurden die Juden politisch, sozial und wirtschaftlich ausgegrenzt.
Darunter hatten auch die Familien David zu leiden. Sally und Clara Davids Kinder, Rosel und Karl, konnten entkommen: Rosel emigrierte 1936 nach Palästina, Karl gelangte über Schweden in die USA. Ende März 1937 mussten die Gebrüder David ihr Geschäft gezwungenermaßen aufgeben (Abmeldung zum 31. März 1937). Sallys Bruder Julius emigrierte noch im gleichen Jahr mit seiner Familie in die USA.
Sally David selbst wurde Anfang 1938 von der Gestapo verhaftet. Nach seiner Entlassung zogen die Davids von Zwingenberg weg nach Darmstadt (Mai 1938). Sally David wurde danach von Zwingenberger Bürgern in Darmstadt gesehen, wie er mit Judenstern gekennzeichnet Straßen fegen und den Kehrricht mit bloßen Händen aufheben musste. Am Bahnhof wurde er beim Kohlen schippen beobachtet. Seiner Verschleppung in ein Konzentrationslager kam Sally David zuvor: er erhängte sich am 15. Juli 1940.

Clara David lebte von da an weiter in der Grafenstraße 13, einem sog. „Ghetto-“ oder „Judenhaus“, in dem Juden zwangsweise und oft in drangvoller Enge zusammengepfercht leben mussten. Im März 1942 wurde sie dort abgeholt und mit einem Transport nach Piaski bei Lublin deportiert. Dann verlieren sich ihre Spuren. Wahrscheinlich ist sie - wie alle anderen auch - in einem der dortigen Vernichtungslager umgebracht worden.

Seit dem 6.4.2006 erinnern auch in der Grafenstraße 13 in Darmstadt Stolpersteine an Sally und Clara David.
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(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.