Ferienspiele 2005

Kinder und Jugendliche lernen „HANDWERK ZUR ZEIT JESUS IN PALÄSTINA“ kennen
Ferienspiele beim Verein „Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge“

Vor zwei Jahren hatte der Verein „Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge“ den palästinensischen Schriftsteller und Geschichtenerzähler Salim Alafenisch zu den Zwingenberger Ferienspielen eingeladen - die jugendlichen Teilnehmer waren fasziniert von seinen „Geschichten aus dem Beduinenzelt“, seinen Berichten über das Leben in der Negevwüste, über die Sitten und Gebräuche seines orientalischen Volkes.
Für die diesjährigen Ferienspiele wollte man im „Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge“ an diese interessante Veranstaltung anknüpfen – man entschied sich für ein weiteres spannendes Thema zum Lebensraum Palästina, dem „Handwerk zur Zeit Jesus in Palästina“. „Wir wollen mit diesem Thema neugierig machen auf fremde, auch frühere Kulturen“ so Renate Weber, Heinz Frassine und Dr. Fritz Kilthau vom Vereinsvorstand, die den diesjährigen Ferienspiele-Beitrag organisieren. Tatkräftige Hilfe erhalten sie hierbei von Katharina und Elisabeth Frassine, beide erfahrene und engagierte Museumspädagoginnen, mit denen zusammen man ein vielfältiges Programm für die Ferienspiel-Teilnehmer ausgearbeitet hat. Wie haben die Menschen früher, zur Zeit Jesus in Palästina gelebt? Wovon haben sie sich ernährt? Wie haben sie Utensilien des täglichen Lebens gefertigt? Mit solchen Fragen werden sich die Kinder und Jugendlichen befassen, die am Dienstag, 9. August, beim Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge einen interessanten Ferienspiel-Nachmittag verbringen werden.
Da bekanntermaßen Salz im alten Palästina wie in vielen anderen früheren Kulturen eine sehr wichtige Rolle spielte, wird man zusammen mit den Jugendlichen aus Wasser des Toten Meeres durch Sonneneinstrahlung Salz gewinnen, das die Jugendlichen dann mit nach Hause nehmen können. Aus Ton werden die jungen Ferienspielteilnehmer kleine Öllampen basteln, die man nach dem Trocknen zum Leuchten bringen will. Aus Ägypten hat der Verein Original-Papyrus besorgt, das dort noch heute in kleinen bäuerlichen Betrieben hergestellt wird – aus diesem Papyrus werden die Kinder und Jugendlichen dann mit selbstgefertigter Tinte - aus Ruß und Gummi Arabicum - Lesezeichen und andere kleine Kunstwerke herstellen.
Um den Ferienspielteilnehmern die Lebensgewohnheiten und Lebensumstände im früheren Palästina genauer zu vermitteln, sollen die vorgestellten handwerklichen Arbeiten durch Geschichten und Bilder ergänzt werden. Und nicht zu vergessen: Zur Kultur des Nahen Orients gehören natürlich auch kleine Naschereien wie Halva, Feigen und Datteln….

i „Handwerk zur Zeit Jesus in Palästina“
Ferienspielbeitrag des Vereins „Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.“
Dienstag, 9. August 2005, 14:00 – 17:00 / Vereinsraum des Alten Amtsgerichts
Anmeldung bei der Stadt Zwingenberg erforderlich


Artikel des Bergsträßer Anzeiger vom 11. August 2005

Öllampen, Salz und Tinte selbst gemacht
Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge zeigt Kindern "Handwerk zur Zeit Jesu in Palästina"

Zwingenberg. Wie lebten die Menschen zur Zeit Jesu in Palästina? Von was ernährt man sich, wenn kein Supermarkt um die Ecke steht? Und wie hält man Essen frisch ohne Kühlschrank? Diese Fragen stellten sich die Kinder der Zwingenberger Ferienspiele. Zusammen mit den Museumspädagoginnen Katharina und Elisabeth Frassine erkundeten die 21 Kinder eine ihnen völlig fremde Welt.
Fremde Welt erkundet
Eingebettet in die Geschichte des jüdischen Jungen Benjamin, der seinem römischen Freund über sein Leben erzählt, erfuhren die Kinder einiges über Lebensgewohnheiten und Lebensumstände der damaligen Zeit. Die erfahrenen Betreuer zogen die 8- bis 12-Jährigen ganz in ihren Bann. Alle waren bei der Sache, wenn es darum ging zu klären, wo die Region Palästina überhaupt liegt oder wie man damals Häuser baute. Anhand von Landkarten und verschiedenen Sachbüchern wurden die vielen Informationen anschaulich gemacht. Um auch wirklich nachzufühlen, welche Arbeiten es früher zu verrichten galt, wurden die Kinder dann selbst aktiv.
So töpferten sie zuerst Öllampen. Aufmerksam wurden die Anweisungen befolgt und mit viel Spaß am Basteln entstanden ein paar kunstvolle, kleine Öllämpchen.
Ein weiterer Programmpunkt war das Herstellen von Tinte. Dabei wird erst einmal - zur Freude der kleinen "Pyromanen" - ein bisschen gekokelt. Durch Feuer bildet sich auf Kacheln Ruß, der dann zusammen mit Gummi Arabicum eine schreibtaugliche Flüssigkeit ergibt.
Der Papyrus, auf dem die Kinder schließlich mit ihrer selbst gemachten Tinte hebräische Buchstaben malten, war original aus Ägypten in kleinen bäuerlichen Betrieben hergestellt worden.
Viel gab es zu tun: Als nächstes stellten die Kinder Salz her, das früher den Kühlschrank ersetzte. Selbst die Essgewohnheiten wurden getreu nachgeahmt. Zwischen leckeren Säften fanden sich besondere Süßigkeiten wie Feigen, Datteln, Nüsse in Sirup und türkischer Honig.
Neugierig machen
"Wir wollen mit diesem Thema neugierig machen auf fremde, auch frühere Kulturen", meint der Veranstalter Dr. Fritz Kilthau, der als Vorsitzender des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge die Organisation übernommen hatte. Das ist mit diesem umfangreichen kreativen Programm mit Sicherheit gelungen. sb

© Bergsträßer Anzeiger - 11.08.2005

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