Goldene Ehrennadel des Kreises Bergstraße

Bei der Auftaktveranstaltung zum Kreisjubiläum im AKG in Bensheim zeichneten Kreistagsvorsitzender Werner Breitwieser (links) und Landrat Matthias Wilkes (rechts) mit der neuen Ehrennadel des Kreises in Gold (von links) Helmut Walter, Germaid Fitz, Georg Stolle, Prof. Dr. Karl Härter und Dr. Fritz Kilthau aus. © Funck


Artikel des Bergsträßer Anzeiger vom 28. Januar 2013


Jubiläum: Zum 75-jährigen Bestehen des Landkreises Bergstraße wird eine neue Auszeichnung geschaffen / Eine Frau und fünf Männer geehrt
Kreis verleiht Ehrennadeln in Gold

Von unserer Mitarbeiterin Gerlinde Scharf

Bergstraße. Ein Jubiläum ist eine gute Gelegenheit, herausragende Persönlichkeiten ins Rampenlicht zu rücken und ihnen zu danken. Der Kreis Bergstraße hat anlässlich seines 75. Geburtstages mit der Ehrennadel in Gold eine neue Auszeichnung geschaffen. Mit ihr sollen diejenigen Menschen gewürdigt werden, die sich um den Kreis besondere Verdienste erworben haben.
Erstmals wurde die Ehrennadel in Gold bei der Auftaktveranstaltung anlässlich des 75. Kreisjubiläums am Samstag an fünf Männer und eine Frau verliehen. Landrat Matthias Wilkes und Kreistagsvorsitzender Werner Breitwieser nahmen die Ehrungen vor und führten die wichtigsten beruflichen Stationen und ehrenamtliche Tätigkeiten des Sextetts auf.

Leuchtende Beispiele
Georg Stolle: Wilkes nannte den Ehrenbürgermeister von Bensheim einen "Vorreiter in Sachen Europa" und "ein leuchtendes Beispiel einer Persönlichkeit, die maßgeblich Verantwortung für den Landkreis getragen hat". Bensheim ist im Kreis die Stadt mit den meisten Partnerschaften, "und Georg Stolle ist heute in allen Partnerstädten Ehrenbürger", würdigte er dessen Versöhnungspolitik. In seiner 30-jährigen Amtszeit als Stadtoberhaupt habe Stolle "die Weichen in Richtung Modernisierung der Stadt Bensheim gesetzt". Gleichzeitig habe er viel für die Wirtschaftsförderung getan.
Stolle war unter anderem Vorsitzender des Kreistags und Vizepräsident des Hessischen Landkreistages - und er war Präsident des Städte- und Gemeindebundes. Die Zahl seiner Ehrenämter war und ist bis heute groß. Sie reicht über den Hospizverein und den Lions Club bis zum Kuratorium der Ringelband-Stiftung und dem Verein zur Förderung und Unterhaltung des Melibokusturms. Aktuell ist Stolle stellvertretender Vorsitzender des BdV-Landesverbandes und Vorsitzender des Bildungswerks.

Dr. Fritz Kilthau: Der Zwingenberger betätigt sich seit mehr als 40 Jahren als Nationalsozialismusexperte, Lokalhistoriker und Spurensucher. Er ist Vorstandsmitglied des Vereins "Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger e.V.", Gründungsmitglied des Arbeitskreises Zwingenberger Synagoge und bis heute dessen Vorsitzender. Kilthau ist weiterhin Initiator der von ihm verfassten "Zwingenberger Erklärung gegen Rechts" und Mitverfasser des Drehbuchs für das Theaterstück "Mitten unter uns - Juden in Zwingenberg". Seinen Forschungsergebnissen war es zu verdanken, dass die Stolpersteine zur Erinnerung an die von Nazis ermordeten Bensheimer und Zwingenberger Bürger verlegt wurden.

Professor Dr. Karl Härter: Der Historiker kommt aus Heppenheim und ist Mitglied und Gutachter in etlichen internationalen Kommissionen. Der gebürtige Bensheimer ist der Hessischen Historischen Kommission Darmstadt beigetreten, er ist Vorsitzender des Heppenheimer Geschichtsvereins und Vorstandsmitglied bei der Vereinigung für Verfassungsgeschichte. Härter hat eine Vielzahl von Publikationen herausgegeben, die sich mit Rechtsfragen - beginnend von der frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert - auseinandersetzen.

Helmut Walter: Der pensionierte Oberstudienrat wohnt in Lampertheim und ist noch immer Pädagoge aus Überzeugung. Walter war stellvertretender Direktor am Starkenburg-Gymnasium in Heppenheim und übernahm 1987 die Leitung des neu gegründeten Lessing-Gymnasiums mit dem Auftrag, die Oberstufe aufzubauen. "Seiner Schule fühlt sich Helmut Walter bis heute verbunden," so Wilkes. 2007 veröffentlichte Walter einen Band zur "Schulgeschichte Lampertheim." Ein weiteres Buch über die Geschichte der evangelischen Gemeinde hat er fertiggestellt.

Germaid Fitz: "Ich war selten so bewegt wie in diesen Minuten", gestand die Ehrenbürgermeisterin vom Gorxheimertal. Fitz wurde 1981 zur ersten hauptamtlichen Bürgermeisterin in Hessen gewählt und hatte das Amt bis Ende 1999 inne. Die Powerfrau engagierte sich neben ihrer beruflichen Tätigkeit in zahlreichen Vereinen und Verbänden. Dem Kreistag gehörte sie 21 Jahre an. Fitz wurde bereits mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Ludwig Marquart: Der Mörlenbacher Bürgermeister a. D. ist der Sechste im Bunde der Geehrten. Marquart war Kreistagsabgeordneter und Mitglied in etlichen Ausschüssen und Kommissionen. In seiner Gemeinde hat er sich ehrenamtlich betätigt. Marquart war bei der Festveranstaltung nicht anwesend.

Festvortrag
Prof. Dr. Karl Härter richtete am Samstag in seinem Festvortrag den Blick auf die historischen Aspekte des Kreisjubiläums (wir werden noch berichten).
Musikalisch umrahmt wurde die feierliche Veranstaltung vom Schülerchor und der Big Band des Alten Kurfürstlichen Gymnasiums.

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 28.01.2013

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