Die Buchautorin und Bloggerin Tanya Raab zu Gast in Zwingenberg
„Warum wir falsche Vorstellungen von jüdischem Leben haben und das gemeinsam ändern sollten“ – mit diesem Untertitel des 2025 erschienenen Buchs „Shalom zusammen!“ lädt Tanya Raab zu einem offenen Dialog ein – und zwar am 29. Oktober (Donnerstag) in Zwingenberg. Sie räumt auf mit Klischees und verbreiteten Stereotypen über jüdisches Leben und berichtet mit Scharfsinn und Humor von ihrem Alltag zwischen Tradition und Moderne als queere und feministische Jüdin. Die Stadtbücherei und der Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V. haben die erfolgreiche Autorin und Bloggerin zu einer Lesung mit Publikumsgespräch eingeladen. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr im Diefenbachsaal des „Bunten Löwe“, Löwenplatz 6. Eine Anmeldung unter buecherei@zwingenberg.de ist erwünscht.
In ihrer Jugend hat die heute 26-Jährige, die in der Ukraine geboren ist und mit drei Jahren nach Brandenburg kam, ihre jüdische Herkunft oft verschwiegen – auch um Diskriminierung aus dem Weg zu gehen. Doch inzwischen steht sie bewusst zu ihrer Herkunft und ihrer jüdischen Identität, sie geht mit Davidstern-Kette ins Fitnessstudio und trägt gelegentlich ihre Regenbogen-Kippa beim Einkaufen. Die liberale Jüdin berichtet von ihren Erfahrungen mit Antisemitismus, sucht gleichzeitig in vielfältiger Weise den Dialog mit Menschen, die oft wenig über jüdische Religion, ihre Feste und die Vielfalt des Jüdischen wissen. „Ich finde es fatal, dass in der Geschichtsschreibung jüdische Menschen erst 1933 auftauchen und dann direkt ermordet werden.“
Kritisch setzt sich Tanya Raab mit der „deutschen Gedenkveranstaltungskultur zwischen November und Januar“ auseinander: „Während sich viele Deutsche die restliche Zeit des Jahres daran stören, wenn die ein oder andere jüdische Person über die Shoah spricht, ist es während der Gedenkveranstaltungen ein absolutes Muss.“ Sie zitiert in ihrem Buch eine repräsentative Studie der Bertelsmann Stiftung, in der etwa die Hälfte der Befragte einen Schlussstrich unter dieses Kapitel der deutschen Geschichte ziehen möchte.
Als Mutter einer fünfjährigen Tochter und angehende Lehrerin beschäftigt Tanya Raab auch, wie man mit Kindern über den Antisemitismus und die Shoah reden kann. Vielleicht sind Stolpersteine ein guter Gesprächseinstieg, um über Ausgrenzung von Menschen zu sprechen, nur weil sie jüdisch waren? Denn Kinder haben bereits ein gutes Gespür für Diskriminierungsformen, die sie auch in ihrem eigenen Umfeld erleben.







