ZWINGENBERGER ERKLÄRUNG

Nach dem Auftreten neonazistischer Gruppen mit einem Infostand am 26. August 2005 in Zwingenberg hat unser Verein die untenstehende "Zwingenberger Erklärung gegen rechtsextreme Aktionen" entworfen und dem Magistrat zugeleitet. Nachdem der Magistrat der Erklärung zugestimmt hatte, wurde sie einstimmig von der Stadtverordnetenversammlung begrüßt.

Zwingenberger Erklärung gegen rechtsextreme Aktionen

Rechtsextreme Gruppierungen wollen unter dem Deckmantel sozialer Positionen ihre extremistischen, fremdenfeindlichen und rassistischen Parolen verbreiten – auch bei uns in Zwingenberg sind sie schon aktiv geworden.

Wir Zwingenberger Bürgerinnen und Bürger akzeptieren ihr Auftreten in unserer Heimatstadt und anderswo nicht. Die Abwehr von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus geht jeden in unserer Stadt an. Wir Zwingenberger treten entschieden für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde ein – die Erinnerung an die furchtbaren Verbrechen des Nationalsozialismus, insbesondere an den Holocaust, dem auch Zwingenberger Bürgerinnen und Bürger zum Opfer fielen, fordert uns dazu auf.
Rassismus, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit sind heute eine besonders ausgeprägte Gefahr für unsere demokratische Gesellschaft. Sie sind keine Randprobleme, sondern zielen auf die Abschaffung unserer Demokratie und verneinen die Gleichwertigkeit aller Menschen.

Wir wehren uns deshalb entschieden und mit friedlichen Mitteln gegen alle
Auftritte von rechtsextremen Gruppen, weil
- uns die Würde jedes einzelnen Menschen wichtig ist
- wir uns für ein friedliches und gleichberechtigtes Zusammenleben aller Menschen und Bevölkerungsgruppen in Zwingenberg einsetzen
- wir soziale Probleme in unserer Gesellschaft nicht auf Kosten von Minderheiten lösen wollen
- wir uns in Zwingenberg für Völkerverständigung einsetzen und wir als „Gemeinde Europas“ mit unseren Nachbarländern in Freiheit, Frieden und Partnerschaft zusammen leben wollen
- wir uns den Opfern des Nationalsozialismus verbunden fühlen

Wir wehren uns besonders gegen Versuche rechtsextremer, rassistischer und fremdenfeindlicher Gruppen, das Bewusstsein unserer jugendlichen Bürgerinnen und Bürger in ihrem Sinne beeinflussen zu wollen. Unsere Jugendlichen brauchen keine populistischen rechten Parolen und nationalistischen Weltbilder - wir wollen, dass sie sich für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in unserer Gesellschaft engagieren.

Schweigen und „Wegsehen“ kann leicht als Akzeptanz missverstanden werden. Wir erklären deshalb, dass wir entschieden gegen ein Auftreten der Rechtsextremisten in Zwingenberg sind. Diese Gruppen sind in unserer Heimatstadt unerwünscht.
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Dieser Resolution haben bisher zugestimmt:
- Stadtverordnetenversammlung der Stadt Zwingenberg
- Magistrat der Stadt Zwingenberg
- Verein „Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.“

- Evangelische Kirchengemeinde Zwingenberg
- Evangelische Kirchengemeinde Alsbach
- Katholische Pfarrgemeinde Zwingenberg


Bis zum 24. Januar 2008 haben außerdem 132 Personen/Institutionen der Zwingenberger Erklärung auf unserer Website bzw. auf unseren Unterschriftenlisten zugestimmt.

Ähnlich formulierte Erklärungen wurden bisher von den Parlamenten der Städte/Gemeinden Abtsteinach, Bensheim, Bürstadt, Einhausen, Fürth, Gorxheimertal, Grasellenbach, Heppenheim, Hirschhorn, Lampertheim, Lautertal, Mörlenbach, Rimbach, Viernheim und Wald-Michelbach verfaßt. Die Gemeindevertretung Alsbach-Hähnlein (Kreis Darmstadt-Dieburg) hat sich im Dezember 2007 der Zwingenberger Erklärung angeschlossen. Auch der Dekanatssynodalvorstand des Evangelischen Dekanats Bergstraße hat eine Resolution gegen Rechtsextremismus und Intoleranz im November 2007 verabschiedet. Die Details dieser Erklärungen finden Sie auf der Website der
Initiative gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit im Kreis Bergstraße

Stimmen auch Sie der Erklärung zu:

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(c) Arbeitskreis Zwingenberger Synagoge e.V.